Unternehmenskultur kann jedes Leistungsstreben vernichten

 

Top-Manager beschäftigen sich lieber mit Zahlen als der Kultur ihres Unternehmens. Dabei ist Kultur Gegenwart und Zukunft. Zahlen sind nur das Fenster zur Vergangenheit. Eine Strategie, ein Change, das kann nur funktionieren, wenn man Bodenhaftung zur Unternehmenskultur hat.

Der Blick in die Zukunft ist selten aus dem Spiegelbild der Vergangenheit abzuleiten. Das gilt für alle Entscheidungen und Prozesse im Unternehmen. Und doch wird es allzu häufig versucht. Die existierende Kultur des Unternehmens ist wie das pulsierende Herz im Körper. Störungen wirken sich immer leistungszehrend aus. Andererseits beschäftigen sich eher wenige Unternehmenslenker mit dem Herzen ihrer Organisation. Sie gehen davon aus, dass mit einem gesunden Gehirn alles zu bewältigen ist was ansteht, um Erfolg zu generieren.

Dabei wird selbst von den ganz großen, konservativ agierenden und sich an KPIs ausrichtenden Beratungsgesellschaft nicht mehr bestritten, dass und in welchem Ausmaß Kultur- und Verhaltensänderungen die größte Hemmschwelle für die Effektivität darstellen. Kultur ist nicht erst seit heute die Ebene, die den Transformatoren das allergrößte Kopfzerbrechen bereitet.

Unternehmenskultur ist die Keimzelle für Visionen, Werte und Normen einerseits, aber auch Abwehr, Distanz, Angst und Verweigerung andererseits. Obwohl jedes Unternehmen eine Kultur hat, ist sie den meisten Unternehmern und Führungsverantwortlichen suspekt. Halten wir fest: Es lässt sich nicht greifen, ist aber ungeheuer einflussreich in seiner Wirkung.

Unternehmenskultur passt nicht in die Schublade der Managementtools bzw. -praktiken. Mit einem Gebäude verglichen ist Unternehmenskultur das Heizkraftwerk im Keller, ohne das nicht einmal warmes Wasser im Haus ist bzw. bei kritischen Außentemperaturen – Wind, Sturm und harte Kälte internationaler Märkte – die Menschen einfrieren und langsamer werden lässt, anstatt sie als Erfolgskämpfer warmzuhalten.

Obwohl Unternehmenskultur oft als blinder Fleck gesehen wird, einige wenige bereit sind, Klarheit zu schaffen und an ihr zu feilen, sollte man sich damit nicht zufrieden geben. Wir brauchen eine bewusste gelebte Leitungskultur, eine Kultur, die als motivativer Nährboden die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter und Führungskräfte des Unternehmens beflügelt. Wir kennen aus unserer Beratererfahrung, was vielen vertraut sein dürfte: Es gibt Unternehmen mit einer Wohlfühlkultur und doch relativ schwacher Leistung. Diese Kultur gesteuerten Unternehmen sind ähnlich gefährdet wie das absolute Gegenmodell, nämlich die Firmen, in denen Leistung alles ist und die Kultur auf der Strecke bleibt. Nur ein Unternehmen, in dem Leistung und Kultur stimmen, wird auch den nächsten Schritt, den in die digitale Transformation, sicher schaffen. Hier wird das Prinzip Leistung aus Kultur gelebt.

Unternehmenskultur ist messbar. Die Ergebnisse zeigen aber noch nicht das Leistungsverhalten innerhalb der Organisation auf. Deshalb bedarf es einer präzisen Messung der Leistungskultur-Faktoren, der Wirkungsparameter, die eine gesunde Kultur mit einer gesunden Leistung synchronisieren, um das Unternehmen dauerhaft vor Angriffen von außen zu schützen.

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